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Einsatz von Schlaftracker - die eigenen Schlafphasen - Tipps für die optimalen Schlaf

Was taugt die Messung der Sauerstoffsättigung bei der neuen Apple Watch?

Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Die smarte Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes ist aktuell in aller Munde. Zweifelsohne sind dafür die Marketingaktivitäten von Apple & Co. verantwortlich, die ihre neuen Produkte mit einer entsprechenden Funktion ausgestattet haben. Allen voran präsentiert Apple mit der neuen Apple Watch Series 6 ihre neue Smartwatch mit verbesserten Sensoren. Diese sorgen für eine Messung des Blutsauerstoffanteils. Es stellt sich jedoch die Frage, was hinter dieser neuen Funktionalität tatsächlich steckt.

Pulsoximetrie – was steckt dahinter?

Grundsätzlich ist eine Messung der Sättigung des Blutes mit Sauerstoff eine bewährte Technik, die in jedem Krankenhaus und bei jedem Notarzt zum Einsatz kommt. Die sogenannte Pulsoximetrie wird im medizinischen Bereich speziell bei einer möglichen Beeinträchtigung der Lungenfunktion eingesetzt. Dies gilbt beispielsweise bei Asthma oder COPD (chronische obstruktive Lungenerkrankung), aktuell natürlich auch bei einer Covid-19-Infektion. Im Zusammenhang mit dem Thema Schlaf kann der Abfall des Sauerstoffwertes ein Hinweis auf mögliche Atemaussetzer in der Nacht sein. Hier wird meist eine Schlafapnoe genannt, dies kann aber auch ein Indiz auf andere Erkrankungen sein.

Abb.: Bei einzelnen Messungen der Sauerstoffsättigung werden mögliche Atemaussetzer nicht erfasst.

Doch auch im sportlichen Umfeld kommt die Pulsoximetrie zum Einsatz. Beispielsweise lässt sich so die Wirksamkeit eines Höhentrainings belegen. Doch auch bei Bergsteigern, Tauchern oder Piloten wird diese Technik angewandt. Grundsätzlich liegt die durchschnittliche Sauerstoffsättigung bei einem gesunden Menschen zwischen 95 und 99 Prozent. Wenn also konkret keine unmittelbare Erkrankung vorliegt, dies gilt auch für eine mögliche Covid-19 Infektion, ist eine Pulsoximetrie nicht wirklich erforderlich. Erst bei einem Wert, der regelmäßig deutlich unter 80 Prozent liegt, sollten Sie einen Arzt konsultieren.

Wie erfolgt eine Messung der Sauerstoffsättigung?

Bei einem klassischen Handgelenk Pulsoximeter (auch Oximeter genannt) wird ein Lichtimpuls durch die Haut versandt. Ein optischer Sensor wiederum misst das reflektierte Licht. Dabei geht diese Methode davon aus, dass sauerstoffarmes Blut das Licht in einem anderen Maße reflektiert als sauerstoffreiches Blut. Bei der Pulsoximetrie oder Sp02-Messung wird der prozentuale Anteil des Hämoglobins mit einem hohen Sauerstoffgehalt im Vergleich zum Gesamtanteil des Hämoglobins im Blut berechnet. Daraus lässt sich sehr genau die aktuelle Sauerstoffsättigung des Blutes ermitteln.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgen auch Apple und andere Anbieter mit ihren aktuellen Smartwatches. Allerdings gibt es hier einen maßgeblichen Unterschied zu einem normalen Pulsoximeter. Dies ist bedingt durch die Platzierung des Gerätes. Ein klassischer Pulsoximeter nimmt dabei die Messung direkt an einem Finger vor. Hier lässt sich in der Regel eine fehlerfreie Messung durchführen. Hingegen sitzt eine Smartwatch am Handgelenk, was eine korrekte Messung deutlich erschwert. Dies scheint sich in der Praxis auch tatsächlich zu bestätigen. So kursieren viele Meldungen von Nutzern der neuen Apple Watch, die davon berichten, dass nicht jede Messung auch einen konkreten Wert liefert.

Hinweis: Die Qualität der Messung ist maßgeblich von dem korrekten Sitz des Messgerätes abhängig. Dies ist beim Einsatz eines Pulsoximeter kein Problem. Auch hier scheint eine Smartwatch deutlich im Nachteil zu sein.

Die Messung der Sauerstoffsättigung sorgt für einen hohen Akkuverbrauch

Abb.: Die neue Apple Watch bei der Messung der Sauerstoffsättigung (Quelle: Apple)

Eine weitere Einschränkung bei einer Smartwatch scheint der hohe Energieverbrauch bei der Messung der Sauerstoffsättigung zu sein. Entsprechend verzichten viele Anbieter auf eine längere Intervallmessung und legen den Focus eher auf eine gezielte Einzelmessung, die vom Nutzer manuell ausgelöst werden muss. Fachleute gehen aktuell davon aus, dass eine Messung über einen längeren Zeitraum die Laufzeit teilweise mehr als nur halbiert, was in der Praxis die jeweilige Smartwatch unbrauchbar macht.

Eine einzelne Messung der Sauerstoffsättigung stellt allerdings nur eine Momentaufnahme dar und hat bei einer möglichen Erkrankung wenig Aussagekraft. Ein Oximeter oder ein vergleichbares Gerät hingegen messen permanent den Sauerstoffgehalt des Blutes. Hier wird auch sehr schnell ersichtlich, dass die Werte innerhalb einer Zeitspanne sehr stark schwanken, was auch der menschlichen Atmung entspricht.

Auch die neue Apple Watch greift auf eine punktuelle Messung zurück. Zudem muss die Smartwatch während des Vorganges absolut ruhig liegen. Dieser dauert jeweils 15 Sekunden. In vielen Foren wird entsprechend darüber berichtet, dass nicht jede Messung auch ein entsprechendes Ergebnis liefert. Auch bei anderen Herstellern wird über ähnliche Erfahrungen berichtet. Gelingt die Messung, dann sind die Ergebnisse durchaus mit einem klassischen Pulsoximeter zu vergleichen, der allerdings deutlich günstiger zu haben ist.

Smartwatch oder Pulsoximeter?

Auch wenn viele Hersteller in ihren Werbeanzeigen vollmundig von der neuen Funktion der Messung der Sauerstoffsättigung berichten, so schlägt zumindest im medizinischen Umfeld ein normaler Pulsoximeter eine teurere Smartwatch deutlich um Längen. So weist auch Apple im Kleingedruckten auch den Nutzer auf diesen Umstand hin: „Der in der App gemessene Blutsauerstoffwert ist nicht für medizinische Zwecke bestimmt, auch nicht für Selbstdiagnosen und Arztgespräche, und eignet sich nur für allgemeine Fitness‑ und Wellness-Nutzung.“ Gleiche Hinweise findet man sicherlich auch bei Fitbit, Samsung, Garmin oder Huawei.

Wer also aktuell aus gesundheitlichen Gründen die Werte seine Sauerstoffsättigung regelmäßig beobachten muss, ist mit einem günstigen Pulsoximeter besser bedient. Wer zwingend seine Daten smart verwalten möchte, kann auch auf einen modernen Handgelenk Pulsoximeter oder einen Fitness Ring mit Sp02-Messung zurückgreifen. Der wesentliche Vorteil liegt aktuell bei einer Intervallmessung über einen langen Zeitraum. So haben die ermittelten Sättigungswerte eine höhere Aussagekraft als eine kurze Momentaufnahme. Dafür bietet eine Apple Watch oder eine vergleichbare smarte Uhr eine Vielzahl von weiteren Funktionen. Wer eher Funktionen für Sport unter Unterhaltung im Focus hat und nur gelegentlich seine Vitalfunktionen überprüfen will, sollte bei einer Smartwatch zugreifen.

Hinweis: Die Apple Watch bietet auf Wunsch auch automatische SpO2-Messungen im Intervall an, allerdings werden hierbei wohl nur mehrere Einzelmessungen durch die Software interpretiert (Annahme der Redaktion!). Die Forerunner 945 aus dem Haus Garmin kann nach Angaben des Herstellers einen Zeitraum von rund vier Stunden für eine permanente Messung der Sauerstoffsättigung abdecken. Auch hier wird der Akku durch die permanenten Messungen stark gefordert.
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